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Bubblemath - Such Fine Particles Of The Universe

Machtig coolen, saftigen Jazz Rock tischen die vier Herren aus Minnesota dem geneigten Horer auf. Wer nun aber Gedudel oder swingende Senioren erwartet, liegt da komplett falsch. Denn bei dem jungen Quartett geht's meist recht fetzig, ja gar heavy zur Sache. In kompakten Arrangements, die definitiv keine Aneinanderreihungen von ochzigtausendtrolfhundertelfundneunzig Parts, sondern echte Songs sind, bleibt der Spannungspegel permanent im obersten Bereich stehen. Jeder der 12 Tracks dieser dreiviertelstundigen Scheibe, welche in einem originellen Booklet (Digipak mit Pragedruck, Plattentitel aus Elementen aus dem periodischen System zusammengefugt, auf der Ruckseite dann die Tabelle mit den herausgestanzten, fehlenden Elementen) verpackt ist, ist geladen mit virtuosen Kabinettstuckchen, vielen verschiedenen Parts, Stimmungswechseln und gro?artigen, oft auch mehrstimmigen und versetzten Melodien. Die Ubergange zwischen den einzelnen Parts konnen flie?ender gar nicht sein, egal wie verschachtelt die Songbausteine auch miteinander verwurstet sind.

Stellt euch die hartere und jazzige Seite von King Crimson vor, mit dezenten Dream Theater-, Spock's Beard- und Enchant-Versatzstucken, viel alten Progrock, hin und wieder mal Swing, und naturlich gaaaaanz viel Jazz, ja oft sogar Fusion vor, und ihr habt eine rudimentare Idee, in welche Richtung der Bubblemath-Sound geht.

Drummer James Swensen-Flagg ist ein wahrer Meister seines Faches und wei?, die Songs mit seinem Spiel zu akzentuieren. Seien es verruckt-verschachtelte spinnerte Passagen, swingende Grooves, leises Untermalen ruhiger Parts oder energische Doublebass-Eskapaden und 3-in-1-Rhythmen - der Mann zieht alle Register seines Konnens. Gitarrero Blake Albinson wechselt mit seinem singenden Klampfenkollegen Jon Smith muhelos zwischen Jazz/Fusion-, Rock, und sogar punkigen Parts hin und her. Smith wiederum teilt sich mit dem Schlagzeuger James und Keyboarder Kai Esbensen das Mikrofon, was teilweise recht wild, aber immer schlussig aus den Boxen schallt. Komplettiert wird das Soundgefuge durch Jay Burritt, der mit seinen knackigen Basslines und Verrucktheiten so manchen Tieftoner alt aussehen lasst. Xylophone, dezente Samples, Pianos und Percussion runden das Bild harmonisch ab.

Doch trotz dieses au?erst hohen Anspruchs in kompositorischer und technischer Hinsicht artet die Musik der Band niemals in Wettkampfdimensionen a la 'hoher-schneller-weiter-besser' aus. Nein, hier handelt es sich um erstklassige, intelligente, songorientierte Musik. Nicht minder intelligent-verruckt sind auch die Texte, welche zum Teil sehr sarkastisch und zynisch gehalten sind. Doch auch nachdenklichere Themen finden ihren Platz.

Die perfekte, organische Produktion macht 'Such Fine...' zu einem wahren Ohrgasmus! Ihr merkt schon, dass ich meine Begeisterung kaum zugeln kann. Deswegen halt ich jetzt einfach meine Klappe und zucke die Hochstnote fur diesen akustischen Gourmethappen. Noch schlimmer: ich notige euch zum Kauf!

Avenger
Wertung: 5/5

Source: http://www.blooddawn.de/revmain.php3?showRevID=914


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